Deutsche Post AG Briefzustellung in Berlin, 2006UPS AirlinesPostbank Centerfiliale Berlin-Charlottenburg, Goethestr. 2-3, 2006PIN Briefzustellung in Leipzig, 2005DHL Paketzustellung, Post in neuem DHL-Design, 1.4.2003Deutsche Telekom, Gebäudekennung, Digi Park Flughafen Köln/Bonn, 2006Vodafone Gebäude Am Seestern Düsseldorf, 2004

Post und Telekommunikation

Audio-/Videoarchiv

„Fünf ist Trümpf”
Die Rolf-Spots und die TV-Spots der Filmregisseure zur 5-stelligen Postleitzahl

Am 9. November 1989 wurde die Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands geöffnet. Die Berliner Mauer, von der DDR 1961 errichtet, fiel. Im wiedervereinigten Deutschland existierten nun 2 eigenständige Systeme mit 4-stelligen Postleitzahlen. Eine Vereinheitlichung der beiden Systeme war unbedingt notwendig; das machten schon die ersten Tage nach dem 9. November deutlich. Zum einen existierten rund 800 Doubletten, die beseitigt werden mussten, zum Beispiel 5300 Bonn und 5300 Weimar. Wenige Monate später gab es in der Generaldirektion POSTDIENST erste Überlegungen, gesamtdeutsche, einheitliche Postleitzahlen einzuführen. Man entschied sich für ein 5-stelliges System. Heimo Thomas, der Projektleiter, hat den Werdegang der Systementwicklung im seinem Gastbeitrag „Die Geschichte der 5-stelligen Postleitzahl in Deutschland” beschrieben.Rolf

Es war abzusehen, dass viele Postkunden zunächst Vorbehalte gegen die Umstellung haben würden, weil sie die Vorteile nicht auf den ersten Blick klar erkennen. Das Kommunikationsteam entschloss sich, mithilfe von Werbung, Marketing, Public- und Human-Relations die Akzeptanz in der Bevölkerung und in den eigenen Reihen zu fördern.

So gelang es der damaligen Deutschen Bundespost POSTDIENST, 7 der bedeutendsten deutschen Filmregisseure, die bislang Werbung aus berufsethischen Gründen gemieden hatten, zu gewinnen, in 45-Sekunden-TV-Spots für die neuen Postleitzahlen zu werben: Hark Bohm („Nordsee ist Mordsee”), Vico von Bülow alias Loriot („Pappa ante portas”), Doris Dörrie („Männer”), Helmut Dietl („Schtonk”), Wolfgang Petersen „Das Boot”), Michael Verhoeven („Die weiße Rose”) und Carl Schenkel („Abwärts”).Rolf Zusteller

Im letzten Teil der Werbekampagne ließ der POSTDIENST vom Hamburger Comiczeichner Ully Arndt die Zeichentrickfigur „Rolf”, gebildet aus den 5 Fingern einer Hand, mit seinem Wahlspruch „Fünf ist Trümpf” gestalten. Gesprochen wurde „Rolf” vom Schauspieler Rolf Zacher. Rolf, so die Idee, sollte als „Stimme des Volkes” agieren - frech, widerborstig und trotzdem liebenswert. In den Fernseh- und Hörfunkspots trat er als kongenialer Partner gegen die „offizielle” Post-Stimme an, die aus dem Off, dem Hintergrund, sprach. Rolf prangte in den Wochen vor der Umstellung auf 29.000 Postautos, 140.000 Briefkästen, auf Plakaten, Fahnen, Aufklebern, Drachen, Wasserbällen und Frisbees. Eine Merchandising-Firma vermarktete ihn als Plüschtier, Weingummi, Schlüsselanhänger und vieles mehr. Schon kurz nach seiner „Geburt” bildeten sich die ersten Rolf-Fanclubs.

Siehe auch der Bericht zum 20-jährigen Jubiläum der 5-stelligen Postleitzahl in der Chronik KEP April bis Juni 2013.

Ully Arndt hat zugestimmt, die Rolf-Spots und einige Rolf-Zeichnungen in diese Dokumentation einzubinden. Dafür herzlichen Dank!Rolf

Die Postleitzahlen-Spots der 7 Regisseure sind nicht nur zeit- und kommunikationsgeschichtliche Dokumente für die Medienkampagne der Deutschen Post anlässlich der Einführung des neuen Postleitzahlensystems. Sie sind in ihrer gemeinsamen Präsentation interessante Belege für die sehr persönliche Prägung und künstlerische Ideenvielfalt in der Umsetzung des Post-Auftrages, in 45 Sekunden die Sympathie für das Zahlensystem zu fördern.

Dank der freundlichen Zustimmung der Deutschen Post AG und der Regisseure sind die TV-Spots von

hier dokumentiert. Ein Download ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Regisseurs nicht erlaubt.

Leider war es nicht möglich, Doris Dörrie zu kontaktieren. Mehrere Versuche waren erfolglos. Falls Frau Dörrie die Einbindung des Spots in diese Sammlung nicht wünscht, bitte ich um Verständigung des Autors (siehe Impressum).

Zum großen Bedauern des Autors dieser Website kann hier nicht gezeigt werden, wie Loriot, der geniale Künstler, die ihm gestellte Aufgabe „Neue Postleitzahlen” mit seinem Spot „Mehr Postleitzahl für dasselbe Geld” gelöst hat. Die Nachlassverwalterin des Loriot-Erbes, Frau Susanne von Bülow, ist unter Verweis auf das Urheberrecht nicht bereit, diese kommunikationsgeschichtliche Dokumentation unentgeltlich zu unterstützen und verweigert ihre Zustimmung zur Aufnahme des Loriot-Spots in diese Reihe der kleinen Kunstwerke illustrer Künstler. Immerhin bleibt der Verweis auf den Spot in YouTube.

Carl Schenkel ist am 1. Dezember 2003 in Los Angeles verstorben. Angehörige, die ihre Zustimmung geben könnten, waren nicht zu ermitteln.

Die Rolf-Clips © Ully Arndt:

Nachfolgend die Clips „Ab 1. Juli gelten neue Postleitezahlen” der Deutschen Bundespost POSTDIENST (1993):
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  • Rolf: Neue Zahlen braucht das Land
  • Rolf, der Bühnenstar
  • Rolf, der Zauberer
  • Rolf im Sonnenstuhl
  • Rolf: Bekanntmachung
  • Rolf mit Radio
  • Rolf, der Nachtschwärmer
  • Rolf: Neue Zahlen braucht das Land
  • Rolf: das Postleitzahlenbuch
  • Rolf: Neue Postleitzahlen
  • Rolf mit Radio
  • Rolf, der Nachtschwärmer
  • Rolf, der Bühnenstar
  • Rolf, der Cocktail-Jongleur
  • Rolf: Post ist 500 Jahre alt
  • Rolf mit Lektüre

Hier die Rolf-Clips der Deutschen Post AG:

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  • Rolfs Post
  • Rolf im Supermarkt
  • Rolf auf einer Insel

Hier der TV-Spot von Hark Bohm:

Im Spot von Hark Bohm stehen die riesigen Zahlen an einem herbstlichen Strand. Kinder laufen zwischen den Zahlen herum und streiten, ob es „transzendente” oder „transzendentale” Zahlen heißen muss, was durchaus nicht egal sei. Zahlen seien schließlich die Moleküle der Zivilsation, ob als Grundlage von Astronomie oder Architektur.

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In Helmut Dietls Spot träumt ein junger Mann mit dicker Brille von einer blonden Traumfrau, die ihn auffordert, ihr doch zu schreiben. Wegen falscher Postleitzahl landet der Brief bei einer alten Hexe. Die Moral von der Geschicht: Wenn Liebesbriefe den richtigen Empfänger erreichen sollen - so haucht die Traumfrau -, sollte man schon die neuen Postleitzahlen kennen.

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Wolfgang Petersen verbindet Sehenswürdigkeiten wie Neuschwanstein und das Münchener Olympiastadion mit den neuen Postleitzahlen. Der Sprecher: „Hinter diesen 5 Zahlen steht Deutschlands märchenhaftestes Schloss, Deutschland bekanntestes Stadion, Deutschlands östlichste Seebrücke, Deutschlands höchstes Haus, Deutschlands schönstes Fischerdorf - und nicht zuletzt: Ihr Zuhause.”

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Michael Verhoeven nutzt Horroreffekte zur Vorstellung der neuen Postleitzahlen: Riesige Ziffern brechen durch Wände und aus dem Gartenboden, baumeln an der Decke und quellen als Schaum aus der Wand.

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Im Postleitzahlen-Spot von Doris Dörrie sitzt ein Liebespaar auf einer Parkbank. Es streitet, weint und versöhnt sich schließlich. Der Dialog besteht nur aus Postleitzahlen. Nach dem Versöhnungsangebot „28065?” endet der Spot mit dem Slogan „Neue Zahlen, neues Glück”

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Carl Schenkel nutzt in seinem Spot die Stummfilmoptik der 1920er-Jahre in Anlehnung an den Film „Metropolis”.

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